
Saisonstart der Herren 40: zu wenig Sätze, zu wenig Saft
Es hätte alles so schön werden können: eine herrliche Tennisanlage im Sonnenbühler Biosphärenreservat, feinstes Frühlingswetter und mittendrin vier hochmotivierte Herren 40 des TSV RSK Esslingen, die das erste Spiel der neuen Saison kaum abwarten konnten. Am Ende brauchten die Männer dann aber sogar noch eine Starthilfe der Gegner, um spät nachts und mit einer Niederlage im Gepäck überhaupt vom Parkplatz wegzukommen. Zwar steht auf dem Papier ein 3:3-Unentschieden beim SGP Sonnenbühl, doch wegen eines Satzes zu wenig zählt das Resultat als Niederlage.
Scheerer mehr als bescheiden
In einem spielerisch wie konditionell katastrophalen Zustand präsentierte sich an Position vier Patti Scheerer. Mit 1:6 und 1:6 zog er mit schockiertem Blick schon den Ascheplatz ab, als die Nummer zwei Phil Schad gerade seinen ersten Satz umkämpft mit 7:5 für sich entschied. Auch der zweite Durchgang blieb eng, doch erneut behielt Phil mit 7:5 die Oberhand.
Hafner cooler als Bälle vom Mond
Auf dem Nebenplatz entwickelte sich derweil ein schwieriges, nicht immer schön anzusehendes, aber letztlich überaus packendes Spiel unserer Nummer eins André Hafner. Sein Gegner – auf dem Papier dieselbe Leistungsklasse wie André – beschränkte sich darauf, jeden, aber auch wirklich JEDEN Ball einfach nur hoch mit Topspin kurz vor die Grundlinie zu setzen – und die Bälle kamen tatsächlich nahezu immer rein. Unfassbar, wie geduldig unser sonst doch gelegentlich impulsiver André über die gesamte Partie hinweg blieb. Den ersten Durchgang gewann er mit 6:4, Satz zwei ging dann allerdings mit 3:6 an den Mondball-Spezialisten von der Alb. Den entscheidenden Match-Tie-Break gewann André schließlich knapp mit 10:8. Im Übrigen wurde vermutlich noch nie in einem Staffelliga-Spiel öfter die Rückhand umlaufen als in diesem Match.
Hapke mit Premieren-Pech
Wer dachte, mehr Drama geht nicht, wurde dann von Max Hapke an Position drei eines Besseren belehrt. Bei seiner Premiere für die Herren 40 des RSK gewann Max den ersten Satz mit 6:4, verlor allerdings den zweiten Durchgang mit 3:6. Im Match-Tie-Break hatte Max beim Stand von 9:7 sogar zwei Matchbälle, doch das Glück war nicht auf seiner Seite: Mit 10:12 ging der Tie-Break am Ende verloren.


Doppel zwei mit weniger Wucht als Windräder bei Windstille
Nun mussten also aufgrund der Anzahl verlorener Sätze und Spiele beide Doppel gewonnen werden, um den Gesamtsieg einzufahren. Das erste Doppel mit André und Max lieferte – wenn auch knapp: 6:4, 3:6 und 10:8 im Match-Tie-Break hieß es am Ende.
Und tatsächlich sah es auch im zweiten Doppel mit Phil und Patti zunächst richtig gut aus. Schnell zogen die beiden auf 4:1 davon, ehe dann mit einem Mal komplett der Faden riss: Kein einziges Spiel holten die Linkshänder mehr. Selbst die Räder des neuen Sonnenbühler Windradparks zeigten – trotz Windstille – mehr Energie als die beiden. 4:6 und 0:6 hieß es am Ende, und die Niederlage war besiegelt.
Trotzdem wurde der Abend dann doch noch richtig schön: Die Sonnenbühler waren wirklich klasse Gastgeber und herausragende Griller. Den RSK-Männern wurden sogar noch Übernachtungsmöglichkeiten angeboten, und fast wären alle miteinander noch geschlossen aufs hiesige Kreiselfest im Nachbarort gegangen. Wegen des anstehenden Muttertags waren die Esslinger Herren aber natürlich vernünftig genug, doch noch heim zu fahren – mit Starthilfe…
Wunden lecken – weitermachen
Am Ende bleibt festzuhalten: Bei den meisten stimmte an diesem Tag vor allem die kämpferische Leistung. Doch wenn die Herren 40 nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr die Klasse halten wollen, muss sich vor allem auf der hinteren Position mental und spielerisch noch einiges tun. Allerdings muss bei aller Kritik auch erwähnt werden, dass verletzungs-, arbeits- oder hochzeitsbedingt gleich sieben (!) Spieler ausfielen. Jetzt heißt es Wunden lecken und weitermachen. Einen guten Monat Zeit zur Vorbereitung auf das zweiten Spiel haben die Herren 40 nun immerhin.
